Was ändert im 2021

Wichtige Änderungen, die per 1.1.2021 in Kraft treten in der Schweiz. Seien Sie abgeklärt und können heute schon entsprechend sich Verhalten.

Nicht Wissen schützt vor Nichts.

1.   AHV & Betreuungsgutschriften

DerAnspruch auf Betreuungsgutschriften in der AHV wirdausgeweitet, damit mehr Pflegebedürftige selbständig zu Hause leben können.Betreuende Angehörige erhalten neu diese Gutschrift auch, wenn diepflegebedürftige Person eine Hilflosenentschädigung ­wegen Hilflosigkeitleichten Grades bezieht. Auch Lebenspartnerinnen und Lebenspartner habenAnspruch, wenn das Paar seit mindestens fünf Jahren im selben Haushalt lebt.

Und:Die AHV/IV-Rentenwerdender aktuellen Preis- und Lohnentwicklung angepasst. Die Minimalrente steigt umzehn Franken und ­beträgt neu 1195 Franken im Monat.

 

 

2.   Drohnen –Mindestalter und Registrierung

DieSchweiz übernimmt EU-Recht und verschärft ihre Bestimmungen zu Drohnen.Wer sie selbständig in Betrieb nimmt, muss mindestens zwölf Jahre alt sein.Jüngere müssen von einer mindestens 16-jährigen Person beaufsichtigt werden.Wenn Drohnen schwerer als 250 Gramm oder mit einer Kamera bestückt sind, müssensie registriert werden. Zudem müssen ihre Pilotinnen und Piloten eineOnlineschulung.

 

 

3.   Ergänzungsleistungen

Am1. Januar 2021 treten die neuen Bestimmungen über die Ergänzungsleistungen (EL)in Kraft – mit dem Ziel, die steigenden Ausgaben zu bremsen. Eine Neuerungwirft besonders viele Fragen auf: die Rückerstattungspflicht für Erben. Neumüssen Erbinnen nach dem Tod eines EL-Bezügers die in den letzten zehn Jahrenbezogenen Leistungen zurückzahlen.

 

 

4.   Pensionskasse für Ältere

Wer über58 Jahre alt ist und seine Stelle ­verliert, kann neu der bisherigen Pensions­kasse unterstellt bleiben. Man hatdie gleichen Rechte wie die anderen Versicherten (Ver­zinsung, Umwandlungssatz,Rente) und kann so den Anspruch auf Rentenbezugbehalten. Reglementarisch kann das Recht auch ­55-Jährigen eingeräumt werden.

 

 

5.   Post-ZUSTELLUNG

Neu könnenEmpfänger für Einschreiben elektronisch eineZustellgenehmigung erteilen. Sie ersetzt die Unterschrift. So kann man einEinschreiben auch empfangen, wenn man nicht zu Hause ist.

 

 

6.   Radio- und TV-Gebühren (Serafe)

VonApril 2010 bis März 2015 wurde auf den Radio- und FernsehgebührenMehrwertsteuer erhoben – zu Unrecht, wie das Bundesgericht entschied. Ausdiesem Grund erhalten im neuen Jahr alle Privat- und Kollektivhaushalte einepauschale Entschädigung von 50 Franken. Man muss dazu kein ­Gesuch einreichen.Die Gebühren werden zudem von 365 auf 335 Franken reduziert (fürKollektivhaushalte von bisher 730 auf 670 Franken).

 

 

7.   SBB-Entschädigungbei Verspätungen

DieSchweiz passt sich dem EU-Recht an. Bisher gab es nur eine Entschädigung, wennPassagiere den letzten Anschluss verpassten. Neu zahlen die SBB bei einer ­Verspätung von mehr als einer Stunde 25Prozent des Fahrpreises zurück, ab zwei Stunden 50 Prozent. Auch Inhaber vonAbos werden entschädigt. Der Betrag richtet sich nach dem Tageswert des Abos –er muss mindestens fünf Franken betragen.

 

 

8.   Strassenverkehr

Bisherdurfte man auf Autobahnen nur im parallelen Kolonnenverkehr rechts vorbeifahren. Neu auch, wenn sich nur auf dem linkenoder – bei drei Spuren – auf dem mittleren Fahrstreifen eine Kolonne gebildethat. Ausserdem: Velo- und Mofa­fahrer dürfen neu an Ampeln bei Rot rechtsabbiegen, sofern das signalisiert ist.

Hier der Info-Trailier von SRF

 

 

9.   Urlaub für Pflegebetreuung

Per1. Januar 2021 tritt der erste Teil des neuen Bundesgesetzes über dieVerbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigen­betreuung in Kraft. Es wird einbezahlter Urlaub zur Betreuung kranker oder verunfallterFamilienmitglieder oder Lebenspartner eingeführt. Erbeträgt höchstens drei Tage pro Fall und maximal zehn Tage pro Jahr. Vorgesehenist zudem ein 14-wöchiger Urlaub für die Betreuung eines schwer kranken oder verunfallten Kindes, der über die Erwerbsersatzordnungentschädigt wird – in Kraft ab 1. Juli 2021.

 

 

10. Vaterschaftsurlaub

Väterhaben ab dem 1. Januar 2021 Anspruch auf zwei Wochen Vaterschaftsurlaub. Er kann in den ersten sechs Monatennach der Geburt flexibel bezogen werden. Auch arbeitslose Väter haben einenAnspruch. Die Entschädigung kann beantragt werden, sobald man den Urlaubvollständig bezogen hat. Zur Finanzierung des Vaterschafts­urlaubs wird derBeitragssatz der ­Erwerbsersatzordnung von 0,45 auf 0,5 Prozent erhöht.

 

 

11. Lästige Werbeanrufe

AlleTelefonnummern, die nicht in einem Verzeichnis notiert sind, sind ab 2021 denNummern mit Sterneintrag gleichgestellt. Deren Inhaber können sich mit demArgument «unlauter» gegen unerwünschte Werbeanrufe wehren. Und: Ab Juli werdenauch Telekomanbieter ihre Kunden vor unerwünschten Werbeanrufen schützenmüssen, etwa mit Blockern.

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